Mittwoch, 10. April 2013

Pudong


 Heute sind wir nach Pudong gefahren. Sabine wollte mir die Stadt von der anderen Seite aus zeigen und wir wollten die Gelegenheit wahrnehmen, uns endlich ein Geschäft für antike chinesische Möbel anzusehen, das uns von so vielen Expats empfohlen worden war.
 Doch hier erst einmal eine Aufnahme von Shanghai um 1990 und 2010 mit Blick auf Pudong.




Es ist kaum zu fassen, dass sich eine Stadt in so kurzer Zeit so verändern kann.


 Um 9:45 stand Ciao Yu mit dem Auto vor der Tür. Wir brauchten fast zwei Stunden bis zur Nanpu-Brücke. Es war grauenhaft und meine Begeisterung für diesen Moloch Shanghai schwindet von Tag zu Tag mehr. Nicht nur, dass man nicht voran kommt, man sieht auch  nur die nächste Umgebung klar.  Ein grauer Schleier liegt über der Stadt, und wenn man sich ohne Verklärung die Zahl der immer dichter werdenden Hochhaussiedlungen ansieht, von deren Balkons überall die Wäsche zum Trocknen baumelt, dann fragt man sich, ob man so leben möchte.
In Pudong fuhren wir zuerst durch das Geschäftsviertel, sehr modern, dann eine weitere Stunde durch Hochhausiedlungen und dann, kaum zu glauben, befanden wir uns mitten in einer Gegend, die man glaube ich, mit Fug und Recht als Slum bezeichnen könnte, oder? 







Wir mussten uns verfahren haben. Das stimmt aber nicht, denn irgendwann erreichten wir, fast schon am Meer, wir glaubten es selber kaum, mitten in diesem unbeschreiblichen Viertel die Straße, in der „Chapin House“  lag. Es war einen alte Lagerhalle und das Angebot  an Antiquitäten war so lala. Wir haben dann allerdings doch drei sehr schöne Ingwer-Jars für den Kaminsims gekauft. Ganz ohne etwas zu kaufen hätte sich der irre Weg ja nun wirklich nicht gelohnt und das weiß der Besitzer sicher auch.
Dann haben wir uns zum Ufer des Huangpu fahren lassen um dort noch einen Kaffee zu trinken und die Aussicht zu genießen. Bei der Rückfahrt, wieder durch diese verfallenen Viertel,  haben wir an manchen Stellen ein Gefühl dafür bekommen, wie Pudong wohl früher ausgesehen haben muss.



Und dann waren wir an der Uferpromenade. 



Wenn man gehässig sein will, so kann man sagen, der Einfluss des Kommunismus war noch überall zu spüren. Die Restaurants waren nicht bewirtschaftet, die Treppen verfallen und die Blumenrabatten wie voriges Jahr die im Botanischen Garten. Aber die Aussicht auf den Fluss und das gegenüberliegende Ufer war schön. Riesige Schiffe fuhren vorbei und die Silhouette des berühmten Bunds war zu erahnen.




 Und so haben wir dann beim Starbucks,  einen guten Kaffee genossen.



Als wir wieder im Auto saßen, bin ich sofort eingeschlafen.
Aber beim Anblick der Ingwer-Jars werden wir immer wieder an diesen Ausflug denken.






Kommentare:

  1. Hallo Heidi, durch Deinen Blog kann ich trotz viel Arbeit bei KUKA mit Euch "zusammensein"!

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